2003Sieben Sekunden (In God We Trust)
In Sieben Sekunden (In God We Trust) schildert Richter den Lebensalltag eines Jagdbombers, der über einem fernen Land seine tödliche Ladung abwirft und gleichzeitig Teil einer ganz normalen, amerikanischen Familie ist. Er ist Vater von Donut essenden Kindern und Ehemann einer Gottgläubigen Frau. Richter personifiziert die Alltäglichkeit der Waffenvernichtung und überzeichnet sarkastisch das amerikanische Vertrauen in eine Gott gegebene Mission während des Irak-Kriegs. Und geht über die Dokumentation des Alltäglichen noch hinaus: Er kommentiert den Text mit einem abschließenden Gespräch zweier „Rezipienten“. Enttäuscht diskutieren sie die vorab geschilderte „Eintönigkeit der Massenvernichtung“. Massen eignen sich eben nicht zur Identifikation. Ein Epilog, der die weit verbreitete, öffentliche Gleichgültigkeit auf den Punkt bringt.
Der Text entsteht Ende 2002 / Anfang 2003 – noch vor dem offiziellen Kriegsbeginn seitens der USA.