2004UNTER EIS

Unter Eis erzählt von Unternehmens-Consulting, Wirtschaftsberatern und einer erkalteten Gesellschaft. Während zwei der Berater – Karl Sonnenschein und Aurelius Glasenapp – permanent auf der Suche nach neuen Strategien zu Leistungsoptimierung und Effizienz sind, verliert sich der dritte und älteste Kollege, Paul  Niemand, in Kindheitserinnerungen, Identitätsverlust und der Frage nach Sinn und Menschlichkeit. „Alles liegt unter Eis, nichts bewegt sich, alles steht still“ – so lässt Richter ihn den Zustand unserer Gesellschaft beschreiben und generiert etwa aus der nachvollziehbaren Kritik des Consulters Karl Sonnenschein an „einer vollkommen überdrehten Mediendemokratie“ die totalitäre Vision von „einer anderen Welt“. Nahezu unbemerkt wird die linkspolitisch besetzte Antiglobalisierungsparole „eine andere Welt ist möglich“ Teil eines radikalen Sprachsystems.  Andernorts – in einem Monolog des Aurelius Glasenapp – hinterfragt Richter die allzu vertraute Frage nach dem Umgang und Verständnis von Kultur in der Gesellschaft. Und legt offen, dass die radikale und zunächst fremd wirkende Beraterfrage nach Effizienz und Wirtschaftlichkeit längst Teil der kulturpolitischen Diskussion geworden ist.

Richter jongliert in diesem Text mit der Ideologie, den Klischees und der anonymen, seelenlosen Sprache der Beraterbranche. Er verweist auf die Schwachstellen und Funktionslücken einer kapitalistisch orientierten und auf wirtschaftliche Effizienz ausgerichteten Gesellschaft und erstellt die finstere Vision einer immer unmenschlicher werdenden Welt.

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