Angriffe auf Anne

PREMIERE 24/10/1997
Toneelgroep Amsterdam

Annes Anrufbeantworter spult Nachrichten für sie ab. Besorgte Freunde, Bekannte, pornographische Phantasien. Doch Annes Auftritt findet nicht mehr statt, kein einziges Mal im Verlauf des Stücks. Die Geschichte einer tragischen Liebe offenbar, eines Verrats vor dem Hintergrund politischer Verfolgung. Anne, die Terroristin, kaltblütige Killerin … Biographie: eine Abfolge vager Spuren, widersprüchlicher Informationen aus zweiter Hand, Fragmente menschlicher Identität. Aus „17 Szenarien für das Theater“ wird das Porträt einer Frau zusammengesetzt, die in ihrer Abwesenheit verharrt. Spielsequenzen, Choreographien, Filmmaterial, Stimmen aus dem Off – leitmotivisch miteinander verflochten – versuchen, ihrer habhaft zu werden, und enthüllen dabei unfreiwillig mehr über diejenigen, die über sie reden.

von Martin Crimp

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