Büchner

PREMIERE 20/10/2012
Düsseldorfer Schauspielhaus

»Richter ist deutlich: Damals waren es die Fürsten, die das Volk knechteten, um sich ein schönes Leben zu machen. Heute sind es die Finanztechnokraten, die uns bis in den Wahnsinn treiben.«

Marion Troja in der Westdeutschen Zeitung

»Richter ist deutlich: Damals waren es die Fürsten, die das Volk knechteten, um sich ein schönes Leben zu machen. Heute sind es die Finanztechnokraten, die uns bis in den Wahnsinn treiben.«

Marion Troja in der Westdeutschen Zeitung

»Richter ist deutlich: Damals waren es die Fürsten, die das Volk knechteten, um sich ein schönes Leben zu machen. Heute sind es die Finanztechnokraten, die uns bis in den Wahnsinn treiben.«

Marion Troja in der Westdeutschen Zeitung

Wir müssten uns die Schädeldecken aufbrechen und die Gedanken einander aus den Hirnfasern zerren. – Georg Büchner, Dantons Tod

Nach nur 23 Jahren fand Georg Büchners Leben ein vorzeitiges Ende. Als hätte er seinen frühen Tod vorausgeahnt, schrieb der Naturwissenschaftler, Revolutionär und Dichter wie ein Getriebener gegen die Gespenster der eigenen Zeit an. Einer Zeit, die unter den Vorzeichen der bleischweren deutschen Restauration, dem Überwachungsstaat des Metternichschen Systems und den Vorboten der Industrialisierung stand. Büchners literarische Produktivität ist kaum zu übertreffen, von seinem politischen Engagement ganz zu schweigen. Allein in seinen letzten Lebensjahren schrieb er nahezu sein gesamtes dichterisches Werk in einem atemlosen Rauschzustand nieder. Seine fragmentarischen Texte verbinden sich dadurch zu einer naturwissenschaftlichen, politischen und poetischen Polyphonie eines Denkfeldes.

Mit weit aufgerissenen Augen blickte Büchner in den Abgrund einer entfremdeten Welt, die gleich einer beharrlich rotierenden Maschine den Menschen seines Lebens enteignete. Wie Störungen im System schlägt sich sein Unbehagen in seinen Schriften nieder. Intoniert das Revolutionsdrama Dantons Tod einen mehrstimmigen Abgesang auf die soziale Revolution, entlädt sich zeitgleich seine Kampfschrift Der Hessische Landbote als wütender Sturmlauf gegen ein übermächtiges Unrechtssystem, was Büchner Verfolgung und Flucht einbrachte. Im Woyzeck brach er das Schweigen der Verlierer des sozialen Systems und legte schonungslos die Zwangsmechanismen der Leistungsgesellschaft offen. Büchners fremdartigster und wohl poetischster Text Lenz setzt mit seinen sprachmächtigen Bildwelten einen Endpunkt seiner Wut-Dichtung, als Ausstieg aus dem unüberschaubaren Weltzusammenhang und als Abtauchen in die kreativen Welten des Selbst.

Der Regisseur und Autor Falk Richter verdichtet Georg Büchners Werk zu einem mehrstimmigen Textkörper, der als Tour de Force den physischen und psychischen Zuständen der Angst, des Widerstands, der Verschmelzung, Wut und Ausbeutung in Büchners Werk nachspürt. Bruchstücke aus dem Werk des Dichters verwebt Falk Richter mit dem Sound von Ben Frost und eigenen Texten, die Werk und Dichter in einen weltpolitischen, ökonomischen und künstlerischen Gesamtzusammenhang stellen und nach dessen Verortung in unsere Zeit fragen.

Text und Regie // Falk Richter
Bühne // Katrin Hoffmann
Kostüme // Daniela Selig
Musik // Ben Frost (Komposition), Paul Corley (Mitarbeit Komposition)
Choreografie // Izaskun Abrego Olano (Choreografische Beratung)
Video // Martin Rottenkolber
Dramaturgie // Daniel Richter, Hans-Thies Lehmann (Wissenschaftliche Beratung)
Licht // Carsten Sander

Mit // Emre Aksizoglu, Olaf Johannessen, Xenia Noetzelmann, Aleksandar Radenkovic, Judith Rosmair, Ingo Tomi, Thomas Wodianka

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Theater und Medien GbR
Lindenstraße 43 // 50674 Köln
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