Das Baby (oder wie wichtig es ist, jemand zu sein)

PREMIERE 03/10/1999
Deutsches Theater Göttingen

Im Hier und Jetzt versuchen ein lesbisches und ein schwules Paar, ihr mittels künstlicher Befruchtung gezeugtes Gemeinschafts-Baby großzuziehen, was mit der eigenen Selbstverwirklichung kollidiert. Eine Parallelhandlung zeigt die quasi-Vorgeschichte von Oscar Wildes Komödienklassiker „Bunbury“, von denselben Darstellern gespielt und angesiedelt im Jahr 1867: Miss Prism soll sich um das Neugeborene der Familie Moncrieff kümmern, interessiert sich aber mehr für die Arbeit an ihrem Roman, was schließlich zu jener berühmten Verwechslung von Kind und Manuskript führt … Farce und Tragödie zugleich, zeigt Das Baby zwei scheinbar grundverschiedene Gesellschaften, die sich ineinander spiegeln bis zur völligen Verschmelzung. Die Fragen nach Gefühls- und Beziehungsunfähigkeit, Verantwortung und Erziehung, Kinderkriegen, Kinderquälen oder Kinderverzicht stellen sich jedesmal gleich.

„Mit Das Baby gelingt Ravenhill das Porträt einer Generation, die bei dem Versuch, sich radikal neu zu definieren, mit dem Kopf gegen steinalte Wände knallt.“ (Süddeutsche Zeitung)

von Marc Ravenhill

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