Kabale und Liebe

PREMIERE 02/12/2008
Schaubühne Berlin

»Mit dem Schachzug des musikalischen Melodrams befreit sich Richter von den lästigen Legitimationszwängen des Realismus. Er schafft eine Brücke zwischen Schiller und, sagen wir, Bushido und muss seine Figuren nicht als gestrig denunzieren.«

Christine Wahl im Tagesspiegel vom 04/12/2008

»Mit dem Schachzug des musikalischen Melodrams befreit sich Richter von den lästigen Legitimationszwängen des Realismus. Er schafft eine Brücke zwischen Schiller und, sagen wir, Bushido und muss seine Figuren nicht als gestrig denunzieren.«

Christine Wahl im Tagesspiegel vom 04/12/2008

»Mit dem Schachzug des musikalischen Melodrams befreit sich Richter von den lästigen Legitimationszwängen des Realismus. Er schafft eine Brücke zwischen Schiller und, sagen wir, Bushido und muss seine Figuren nicht als gestrig denunzieren.«

Christine Wahl im Tagesspiegel vom 04/12/2008

Als Billy Wilder eines Nachts mit der besten Drehbuchidee aller Zeiten aufwachte, schrieb er sie schnell auf einen Zettel. Am nächsten Morgen, voller Vorfreude las er den nächtlichen Geniestreich und fand folgende drei Worte: Boy meets girl. So läßt sich seit Schillers Neuerfindung der Schaubühne als moralische Anstalt jedes Drama zusammenfassen. Die Sprengkraft der Liebe und ihre Folgen werden zum ewigen Anlass von Geschichte und Geschichten. Dass Gefühle stärker sind als böse Väter, intrigante Gesellschaften und vielleicht sogar dem Tod trotzen können, ist der Glaube jeder jungen Generation. Dass diese Gefühle aber auch Väter zu bösen alten Männern machen und die Mechanismen der Macht zu Höchstleistungen provozieren, ist ihre Kehrseite. Der Furor des neuen Lebens will die Ketten sprengen und reißt dabei meistens sich selbst, die Geliebte und die alte Ordnung in den Untergang.

Ferdinand, ein Sohn aus gutem Hause, liebt Luise, ein armes Bürgermädchen: damit ist die Provokation in der Welt. Luises Eltern sorgen sich um die Kräfte, die nun über ihr kleines Heim hereinbrechen werden. Und Ferdinands Vater, ein mächtiger Mann, greift zu allen unerlaubten Mitteln, um diese Gefühlsgefahr auszurotten. Die Kabale entfaltet sich und einzig die Kurtisane des Herzogs, die ebenfalls für Ferdinand entflammt ist, geht aus ihr geläutert und erhobenen Hauptes hervor. Die praktische Vernunft dieser Engländerin steht alleine in dem Drama, in dem alle anderen ihren teutonischen Furor ungehemmt verspannt ausleben. Am Beginn des deutschen Theaters als „stehende Schaubühne“, das bis heute einzigartig in der Welt ist, steht dieses Stück. Seine Figuren und seine Handlung sind Vorbild für unendliche Variationen geworden, sein Thema ist solange von Interesse, wie junge Menschen Unrecht und Liebe fühlen und die Älteren ihre Einrichtung der Welt dagegen verteidigen.

von Friedrich Schiller

Regie // Falk Richter
Bühne // Alex Harb
Kostüme // Bernd Skodzig
Musik // Paul Lemp
Video // Sébastien Dupouey
Dramaturgie // Bernd Stegemann
Licht // Michael Gööck

Mit // Thomas Bading, Stefan Stern, Judith Rosmair, Robert Beyer, Kay Bartholomäus Schulze, Cathlen Gawlich, Lea Draeger, Erhard Marggraf
Musikalische Leitung und Bass // Paul Lemp
Cello // Dina Bolshakova, Zoé Cartier, Urte Reich, Susanne Wohlleber, Sookhyun Kim

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Theater und Medien GbR
Lindenstraße 43 // 50674 Köln
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