Klinik

PREMIERE 24/02/2002
Schauspielhaus Zürich

Die offene Station einer psychiatrischen Klinik, ein Sammelbecken für Menschen, die aus der sozialen Marktwirtschaft geschleudert wurden und es offenbar nicht eilig haben, wieder in diese zurückzukehren. Martin war erfolgreich in der Werbebranche, bis er von seiner HIV-Infektion erfuhr, Frau und Kinder ihn verließen und er zusammenbrach. Maud, Sekretärin, leidet alle paar Jahre unter depressiven Schüben, die immer schlimmer werden. Markus ist schizophren und bereits ewig hier. Mohammed, der auf den Bescheid seines Asylantrags wartet, musste in Bosnien erleben, wie seine Familie von den serbischen Nachbarn umgebracht wurde. Roger, ein Skinhead, neigt zu wüsten Schimpftiraden und Gewaltausbrüchen. Die magersüchtige Sofia fühlt sich mit 18 schon uralt. Sie alle kreisen abgekapselt um sich selbst, Randgestalten der „Neuen Mitte“, die sich in einen „geschützten Raum“ zurückgezogen haben. Doch auch hier drinnen folgt die Gemeinschaft egoistischen Interessen und hierarchischen Gesetzen, werden Frust und Aggression an den Schwächsten ausgelassen, wird beklemmend real gestorben.

von Lars Norén

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